Porsche Cayman GT4 auf der Zielgeraden am 24H Rennen Nürburgring
Space Drive Steer-by-Wire Racing

Schaeffler Paravan - 24h Grüne Hölle erfolgreich bestanden

Langzeittest unter extremsten Bedingungen in der Grünen Hölle erfolgreich beendet

Das 48. 24h-Rennen auf dem Nürburgring ist in den Büchern und schrieb ein weiteres kurioses und furioses Kapitel in seiner Geschichte. Unter extremen Wetterbedingungen wurde der Marathon in der Nacht für 9,5 Stunden unterbrochen. Der von Schaeffler Paravan mit dem Steer-by-Wire System ausgestattete Porsche Cayman 718 GT4 passierte die Zielflagge auf dem 29. Gesamtrang und als zweiter in der Klasse SP7 – er bestand überzeugend den Langstreckentest mit dem Space Drive System.

Zielflagge für den Space Drive Porsche Cayman
Langzeittest auf der Nordschleife erfolgreich beendet: Porsche Cayman mit Space Drive schreibt Automobil-Geschichte.

„Die Blicke waren auf uns gerichtet. Wir haben das Steer-by-Wire System bereits in der Vergangenheit in der GTC-Race Serie und in der ADAC GT Masters und GT4 Germanyeingesetzt und gute Ergebnisse eingefahren. Hier standen wir vor einer völlig neuen Herausforderung“, sagt Roland Arnold, CEO Paravan GmbH, nach dem Rennen. „Die Nordschleife gilt nicht umsonst als die schwierigste Teststrecke der Welt. Wer hier besteht, ist für die Zukunft gerüstet. Autonomes Fahren, kann ohne Steer-by-Wire nicht funktionieren. Egal ob es hier um die Steuerung oder Innenraumkonzepte geht.“

Was wir geschafft haben, war ein wichtiger Schritt für die Entwicklung zukünftiger Technologien. Da bin ich stolz drauf, dass wir dieses Projekt als Team begleiten konnten, als erstes Rennteam der Welt, ohne mechanische Verbindung in der Lenkung, so ein hartes Rennen zu fahren.

Daniel Schelhaas, Teamchef W&S Motorsport

Das Jahreshighlight im Rennsport wurde aufgrund der Corona-Pandemie auf das Wochenende vom 24. bis 27. September verschoben. Eine herbstliche Eifel lud fast 100 Teilnehmer zum härtesten Autorennen der Welt ein und zeigte sich von einer unangenehmen Seite. Bereits kurz nach der Startphase setzte Regen und Wind ein. Der Regen wurde mit dem frühen hereinbrechen der über 12 Stunden langen Nacht immer stärker. Die Vorfälle auf der Strecke mehrten sich und ohne die Fanbeleuchtung rund um die Nordschleife waren die Sichtverhältnisse sehr grenzwertig. Die Entscheidung der Rennleitung, das Rennen um 22:33 Uhr mit der Roten Flagge zu unterbrechen, wurde von den Teams und Fahrern begrüßt. Um 08:00 Uhr setzte sich das Feld, mit nur vier Fahrzeugen weniger als beim Start, hinter dem Safetycar wieder in Bewegung, um dann gegen 8:20 Uhr die verbleibenden 7:10 Stunden die Herausforderung Nordschleife in Angriff zu nehmen.

Bilder vom Ritt durch die "Grüne Hölle"

Boxenstopp des Space Drive Porsche GT4 Nuerburgring
Bildergalerie 24h Nürburgring Porsche 02
Bildergalerie 24h Nürburgring Porsche 03
Bildergalerie 24h Nürburgring Porsche 04
Bildergalerie 24h Nürburgring Porsche 05

Im Porsche Cayman 718 GT4 #58, betreut von W&S Motorsport und besetzt mit den Nordschleifen-Routiniers Marvin Dienst (Lampertheim), Niklas Steinhaus (Schwelm), Kai Riemer (Filderstadt) und Tim Scheerbarth (Dormagen) kam das von Schaeffler Paravan entwickelte Steer-by-Wire System zum Einsatz.

 

„Das Rennen besonders gemacht hat vor allem die Technologie, die wir hier eingesetzt haben. Wir waren in einer Klasse unterwegs, die uns auf dem Papier deutlich überlegen war und konnten uns mit der Technologie beweisen“, sagt W&S Teamchef Daniel Schellhaas. „Was wir geschafft haben, war ein wichtiger Schritt für die Entwicklung zukünftiger Technologien. Da bin ich stolz drauf, dass wir dieses Projekt als Team begleiten konnten, als erstes Rennteam der Welt, ohne mechanische Verbindung in der Lenkung, so ein hartes Rennen zu fahren.“

Die Besonderheit des innovativen Systems ist, dass die Lenkeinheit ohne mechanische Verbindung zum Lenkgetriebe funktioniert. Erfolgreich eingesetzt wird die Technologie bereits bei behindertengerechten Fahrzeugen, erprobt seit 18 Jahren und über 1 Mrd. Kilometer - unfallfrei. Seit 2019 bestreiten verschiedene GT-Fahrzeuge in diversen Sprintrennserien mit dem Steer-by-Wire System Einsätze unter Realbedingungen. Podien und sogar Gesamtsiege konnten hier eingefahren werden. Im seriennäheren Porsche Cayman 718 GT4 ging Schaeffler Paravan den nächsten Schritt und unterzog dem System einen Langzeittest unter Extrembedingungen.

 

Kai Riemer nahm zum Start am Samstag, 15:30 Uhr als erster Pilot Platz hinter dem Forcefeedback-Lenkrad, um von der 57. Startposition das Rennen zu beginnen. Schon in der Startaufstellung begann der Reifenpoker, da sich bereits der erwartete Regen ankündigte. Die erste Rennstunde verlief ohne Zwischenfälle und Riemer gelang der Sprung auf den 37. Gesamtrang – somit schon dicht an dem über 30 Rennwagen großen GT3 Feld.

 

Der Filderstädter erklärte nach seinem Stint: „Zum ersten Mal im Regen. Jetzt spürt man, dass das Lenkrad auch sehr viel wegnimmt, und es war super zu fahren. Der Start war ein wenig eng, da viele sehr vorsichtig oder unsicher waren. Das ist natürlich nicht ganz ungefährlich, aber ich konnte locker mitfahren.“

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Anke Leuschke